Monsooned Malabar - Kaffeegenuss vom Winde verweht

Bereits seit dem 17. Jahrhundert trat der Kaffee seinen Siegeszug in Europa an und breitete sich dort schnell in alle Schichten der Gesellschaft aus. Kaffeeimporte aus aller Welt sorgten dafür, dass kein Europäer mehr auf seine genussvolle Tasse Kaffee verzichten musste.

Eine Reise in die Vergangenheit

Auch aus Indien machten sich von nun an Kaffeebohnen auf die lange Reise um das Kap der Guten Hoffnung. Mehrere Monate waren sie mit Segelschiffen unterwegs und ganz unbeabsichtigt und nebenbei entstand eine Kaffeespezialität der besonderen Art. Denn die Schiffe waren dem starken und warmen Monsunregen ausgesetzt und die steigende Luftfeuchtigkeit in den Frachträumen bewirkte eine Veränderung der in den Kisten gelagerten rohen Kaffeebohnen. Sie quollen auf, wurden größer und färbten sich schließlich gelb. Dieser zunächst geschäftsschädigende Defekt brachte aber auch einen entscheidenden Vorteil mit sich. Die inzwischen nachgereiften Kaffeebohnen wurden größer, ihr Geschmack gleichzeitig sanfter und milder. Eine Tatsache, die Kaffeeliebhaber in Europa zur damaligen Zeit durchaus zu schätzen wussten. Schnell hatten sie sich an den überraschend guten Geschmack dieses außergewöhnlichen Kaffees gewöhnt.

Mit der Eröffnung des Sueskanals im Jahr 1869 verkürzte sich die Dauer der Schiffspassage von Indien nach Europa erheblich. Zudem garantierten erste Dampfschiffe eine nunmehr trockene Überfahrt der Kaffeebohnen. Von nun an erreichte der Rohkaffee aus Indien die europäischen Häfen mit ungewohntem Aussehen und verändertem Geschmack und die anspruchsvollen Konsumenten fragten sich, warum ihr Kaffee nicht mehr wie gewohnt schmeckte. Auf einmal stellte sich die Frage, wie Geschmack und Qualität dieser Kaffeespezialität auch in modernen Zeiten bewahrt werden könnten. Nun, die Kaffeebauern der indischen Region Malabar ließen sich etwas einfallen: Sie ahmten die Umstände der einstigen Schiffsreisen künstlich nach und konnten auf diese Weise die hohe Qualität ihrer Kaffeebohnen auch weiterhin sichern. Bis heute wird das sogenannte Monsooning von den Kaffeebauern in Indien gezielt für die Herstellung dieser besonderen Kaffeespezialität eingesetzt.

Monsooning im 21. Jahrhundert

Was vor Jahrhunderten also Monsunregen, Zeit und feuchte Frachträume übernahmen, wird bis heute in einem aufwendigen Herstellungsverfahren an der indischen Küste nachgeahmt. Dabei existieren gleich zwei unterschiedliche Verfahren.

Beim ersteren Monsooning-Verfahren werden die reifen Kaffeebohnen drei bis vier Monate lang schutzlos dem aufkommenden Monsun mit Regen und Wind ausgesetzt. Auf diese Weise werden sie permanent vom warmen Regen umspült und gereinigt. Sie verlieren ihre Säure, altern schneller und entwickeln auf diese Weise den für Monsooned Kaffee so außergewöhnlichen Geschmack.

Für die zweite Art von Monsooning werden die reifen Kaffeekirschen zunächst verlesen, sorgfältig getrocknet und schließlich geschält. In den offenen Trockenhäusern der Schälfabriken werden sie anschließend in Schichten von zehn bis 15 Zentimetern breitflächig auf luftdurchlässige Zementböden verteilt und exakt den heiß-feuchten Temperaturen ausgesetzt, die dem Monsunklima entsprechen. Nach der Abfüllung in luftdurchlässige Jutesäcke müssen die Kaffeebohnen nun alle sechs bis acht Tage umgefüllt werden. Dabei wird streng darauf geachtet, dass die Kaffeebohnen in den Säcken nur locker aufeinander liegen und zwischen den einzelnen Säcken ausreichend Abstand bleibt. Auf diese Weise kann der Monsunwind der indischen Küste die Säcke umwehen und einen gleichmäßigen Monsooning-Effekt erzielen, der den Kaffeebohnen ihre so spezifische Note verleiht. Zudem sorgt eine ausreichende Luftzirkulation dafür, dass sich keine schädigenden Schimmelpilze entwickeln können. Die Bohnen erreichen ihren idealen Reifegrad nach acht bis zehn Wochen. Mangelhafte Bohnen werden bereits während des Umfüllungsvorgangs sofort aussortiert. Während dieses Zeitraumes steigt der Feuchtigkeitsgehalt in der Bohne von 12 auf 20 Prozent, sie quillt auf, wird größer und ihre Farbe verändert sich von typisch Kaffeebraun zu Gelb. Ist der Prozess des Monsooning vollständig abgeschlossen, erfolgt ein finales Verlesen der Bohnen per Hand. Denn nur durch das konsequente Aussortieren fehlerhafter Bohnen lässt sich die hervorragende Qualität dieses Spezialkaffees bewahren. Im letzten Schritt wird der Kaffee verladen und macht sich auf den Weg zu den Genießern in aller Welt. Im Zielland findet dann im Anschluss an die Röstung schließlich der Verkauf an den Endkunden statt.

Zumeist wird bei der Röstung 100 Prozent Arabica-Kaffee verwendet, bei Mischungen mit Robusta-Kaffee liegt der Anteil entsprechend zwischen 80 und 90 Prozent. Ein „AA“ auf der Verpackung weist dabei auf eine außerordentlich hohe Qualität des Inhaltes hin. Der aufwendige Herstellungsprozess verlangt viel Zeit, Geduld und Handarbeit und macht den Monsooning Kaffee deshalb auch zu einem der teuersten Kaffees auf dem Markt.

 

Kaffeegenuss der besonderen Art

Heute schätzen Kaffeeliebhaber aus aller Welt diese besondere Kaffeespezialität wegen ihres individuellen Aromas. Es gilt als fein würzig und ausgewogen. Zudem weist es feine Nuancen von Erde, Tropenholz, Zartbitterschokolade und Nüssen auf. Der lange Reifeprozess der Bohnen sorgt dafür, dass sie fast keinerlei Säure mehr aufweisen und deshalb als besonders mild, bekömmlich und magenschonend gelten. Insbesondere Kunden in Europa wissen die Vorzüge dieser Kaffeespezialität zu schätzen, die durch ihr feines Geschmacksprofil viele unterschiedliche Geschmäcker anzusprechen weiß.

Baristas hingegen erfreut der Monsooning Kaffee auch in seiner Rohform. Denn die Bohne bietet ihnen ein einzigartiges Weiterverarbeitungsspektrum, das die Kundschaft mit immer neuen Kaffeekreationen zu überraschen weiß. Da der Monsooned Malabar Kaffee zudem eine ausgeprägte Crema aufweist, eignet er sich bestens für die Zubereitung eines hervorragenden Espressos. Mildes Aroma gepaart mit vollem Körper und feinporiger Crema – Perfektion! Auch in Kombination mit Milch ist der Monsooned Malabar als Basis für Cappuccino und Latte Macchiato hervorragend geeignet. Hier dürfen sich Genießer geschmacklich an einer süßen Karamellnote erfreuen. Zudem ist diese Kaffeespezialität sowohl für die Zubereitung im Siebträger als auch im Vollautomaten gleichermaßen gut geeignet. An dieser Stelle sei noch angemerkt, dass die Kaffeekrümel dieses Kaffees länger benötigen, um sich am Boden der Tasse abzusetzen, weshalb die Verwendung eines Filters zu empfehlen wäre.

 

 

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