Äthiopien - das "originale" Kaffeeland

Die Bundesrepublik Deutschland fungiert als einer der weltweit größten Importeure von Kaffee äthiopischen Ursprungs. So hat sich das „flüssige schwarze Gold“ aus diesem Teil von Afrika für viele Kaffeegenießer zu einem unverzichtbaren Teil des alltäglichen Lebens entwickelt. Vielen Fans und Freunden der äthiopischen Kaffees ist jedoch nur selten bewusst, dass gleichzeitig so ziemlich jede einzelne aromatische Kaffeebohne auch ihren Ursprung in diesem fernen Lande hat – und so seine eigentliche Herkunft wiederspiegelt.

Immer der Sonne entgegen – ein Land faszinierender Kaffeekultur

Das Land mit ewiger Sonne gehört zu den ältesten Staaten auf dem Globus und zählt mittlerweile knapp 100 Millionen Einwohner, die sich dabei auf etwa 80 Stämme großflächig verteilen. Durch sein üppiges Hochland verfügt Äthiopien über eine hervorragende Ausgangsbasis für einen ertragreichen Kaffeeanbau.

Die Höhenlagen von mehr als zweitausend Meter prädestinieren das Land geradezu für eine Vorreiterrolle als globale Kaffee-Institution aus Afrika, wobei der kultivierte oder wildwachsende Kaffee vorrangig in naturbelassenen Plantagenanlagen oder ausweitend angelegten Waldgärten angebaut und geerntet wird.

Die Produktion und der Export von Kaffee gehört neben Getreide und Gemüse zu den wichtigsten Handelsbereichen dieses Landes in Afrika. Mehr als fünfzehn Millionen Bewohner sind in Äthiopien fester Bestandteil der Kaffeebranche mit Funktionen und Arbeitsplätzen in den Bereichen Anbau, Verarbeitung und Vertrieb.

Neben einer herkömmlichen Variante werden in Äthiopien weitere unterschiedlichste Kaffeesorten angebaut, die zur breiten Vielfalt der Geschmacksrichtungen beitragen und als Spezialität abhängig von der Region und der Verarbeitung ihr ganz eigenes aromatisches Profil aufweisen.

Äthiopien - Wiege und Ursprungsland von Kaffee

Die Entdeckung von Kaffee und dessen Wirkung werden der Legende nach Äthiopien zugeschrieben. Die Sage beschreibt einen Ziegenhirten im damaligen Abessinien auf dem Gebiet des heutigen Äthiopien, der an seinen Tieren nach dem erstmaligem Verzehr von Kaffeekirschen ein besonders lebhaftes und unruhiges Verhalten feststellte.

Der Hirte bewahrte die roten Kaffeekirschen auf und übergab sie an ein Kloster, indem er den Mönchen von seiner Erfahrung berichtete. Die Gottesdiener probierten die Früchte anschließend selbst, waren jedoch vom bitteren Geschmack ernüchtert und warfen sie achtlos ins Feuer.

Durch die Röstung verbreitete sich ein aromatischer Duft und weckte erneut die Neugierde der Mönche. Sie bereiteten sich einen Aufguß und stellten anschließend nach der Einnahme eine gesteigerte Wachsamkeit und Konzentrationsfähigkeit bei sich fest. Diese anfänglichen Verkostungen wandelten sich im Laufe der Zeit zu regelmäßigem Konsum, mit dem die Mönche die Müdigkeit vertrieben und so ihre Gebete auch nachts zu später Stunde abhalten konnten.

Zudem besitzt das Wort "Kaffee" an sich seinen Ursprung vom Namen der Provinz "Kaffa", die besonders für ihre Arabica-Bäume bekannt ist.

Wo wird der Kaffee in Äthiopien vorwiegend angebaut?

Zu den bedeutendsten Anbaugebieten des Landes gehören die Regionen Harrar, Sidamo und Yirgacheffe. Die landschaftlichen und umweltbezogenen Bedingungen wie das milde und moderate Bergklima und die teilweise besonders nährstoffreichen Böden begünstigen eine außerordentlich schonende Entwicklung der Aromen und Geschmacksrichtungen.

Harrar

In dieser Region im östlichen Hochlands Äthiopiens wachsen nahezu goldgelbe Bohnen mit einem feinen Mokka-Aroma. Die sonnengetrockneten Kaffeebohnen erinnern in ihrem fruchtigen Geschmack teilweise an Wein oder Beeren.

Yirgacheffe

Die Kaffee-Sorte Yirgacheffe ist im Westteil des Landes zu finden und äußert sich in einem blumig-würzigen Charakter. Einzelne Aromen erinnern zudem an Spuren von Citrus und Kokosnuss. Im Nachgeschmack klingt er mild fruchtig aus. In der südäthiopischen Hochlandregion wächst dieser florale und würzige Kaffee auf ca. 2.000 m über Meeresspiegel unter exzellenten Klimabedingungen heran. Überwiegend durch Kleinbauern angebaut, deren Kaffeegärten oft direkt an ihre Wohnhäuser angrenzen.

Sidamo

Wie der Yirgacheffe im Westen Äthiopiens beheimatet, besitzt diese Sorte ein besonders kräftig-würziges Aroma. Die ehemalige Provinz Sidamo liegt im südlichsten Teil von Äthiopien. Benannt wurde sie nach der Volksgruppe der Sidamo. Der Sidamo Kaffee ist ein sehr runder Kaffee mit besonders intensivem Geschmack, einer nur leichten Säure und ist abgerundet mit Noten von Zitrusfrucht, und Kräutern. Im Abgang ist er meist leicht nussig und süß.

Wie läuft die Kaffee-Ernte in Äthiopien ab?

Äthiopische Kaffeebohnen lassen sich unter anderem daran unterscheiden, in welcher Art und Weise sie heranwachsen. Dabei können, speziell auf dieses afrikanische Land bezogen, drei Hauptproduktionsmethoden unterschieden werden:

Waldkaffee / Wildkaffee

Dieser Mix unterschiedlicher Sorten wächst vorwiegend auf wilden Kaffeebäumen im Südwesten Äthiopiens. Die wilden Sträucher liefern jedoch meist nur einen überschaubaren Ertrag.

Gartenkaffee

Diese ebenfalls wildwachsenden Sträucher befinden sich unweit von Besiedlungen und erfahren daher eine etwas intensivere Pflege. Der größte Teil äthiopischer Kaffeebohnen wird so auf Gartenbäumen kultiviert.

Plantagenkaffee

Diese Art Kaffee wird konventionell und im großen Stil auf weitläufigen Farmen angebaut. Dabei kommen übliche Methoden und Verfahrensweisen wie Mulch, Düngemittel und Beschnitt zum Einsatz.

Die Erntezeit entspricht etwa der Zeitspanne zwischen den Monaten Oktober und Januar. Nach einer ungefähren Reifezeit von circa zehn Monaten hat sich die Farbe der Kaffeekirschen von Grün zu Rot verändert. Dann sind sie erntereif. In Afrika wird dabei meist noch per Hand gepflückt.

Danach werden die Kirschen vorsortiert und auf unterschiedliche Art und Weise weiterverarbeitet. Während der trockenen Aufbereitung werden die Kaffeekirschen freiliegend an der Sonne getrocknet. Nach einer Trockenperiode von drei bis fünf Wochen kann dann das Fruchtfleisch relativ mühelos von den Bohnen entfernt werden.

Im Zuge einer nassen Aufbereitung dagegen wird das Fruchtfleisch mit der Hilfe eines sogenannten Pulpers entfernt. Danach werden die Kaffeebohnen für 12 bis 36 Stunden in einem Wasserbad gehalten, in dem dabei ein Gärungsprozess stattfindet. Als letzter Arbeitsschritt werden die Bohnen dann auf den üblichen Trockenplätzen gelagert und ausgebreitet.

Der Ursprung von Coffea Arabica

Äthiopien steht gleichzeitig für die Vergangenheit, komplexe Gegenwart und ungewisse Zukunft von Kaffee. Hier blühte die Pflanze „Coffea Arabica“ zuerst, von hier aus wurden auf der gesamten Welt Methoden zur Kaffeezubereitung und eine durchdringende Gemeinschaftskultur rund um das schwarze Getränk etabliert und verankert.

Zudem hat das Land in Afrika von sämtlich wichtigen Anbauregionen die weitaus größte Vielfalt und Abwechslung an Kaffeepflanzen zu bieten, was auch hinsichtlich des zukünftigen Erhalts der Nutzpflanze Kaffee von immenser Bedeutung ist.

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